Einschieben des ersten Nebentragwerkes von Holsteiner Seite l961.

Die über sieben Brückenpfeiler führende Hochbrücke benötigte eine beidseitige Dammaufschüttung ins Meer von insgesamt 440 Metern. Die jeweilige Länge dieser Sand- und Kiesdämme wie auch die Plazierung der Hauptschiffahrtsöffnung war abhängig von der acht Meter tiefen natürlichen Schiffahrtslinie des Sunds, die näher zur Fehmarner Küste als zum Festland lag. In Wulfen begannen am 4. Januar 1960 gewaltige Schaufelbagger mit mannshohen Rädern und einem Fassungsvermögen von je 24 Kubikmetern, den Wulfner Berg abzutragen. Sie entnahmen 950.000 Kubikmeter Moränenkies für den 23 Meter hohen und l .400 Meter langen Fehmarndamm:

Die Insel brachte dem Anschluß ans Festland eines ihrer schönsten Ausflugsziele mit Steilufer und megalithischen Kultstätten als Opfer dar. Die Wulfner Fischer und Bauern fühlten sich in ihrer Ruhe gestört, und ihr Protest bewirkte, daß für die Tag und Nacht arbeitenden Schürfkübel-Fahrzeuge amerikanischer Bauartein teurer, zwölf Meter breiter und schnurgerader Förderweg zum Lärmschutz errichtet werden mußte.

Baubegehung der verantwortlichen Herren des Neubauamtes unter den Reichsbahn-Oberräten Körber, Rauch und Dr. Siebke mit Bundesver-kehrsminister Dr. Seebohm.

Die „Scraper" verdichteten in einem Arbeitsgang mit ihrem enormen Gewicht die bei Strukkamp beginnende Brückenauffahrt, die am Ende 129 Meter ins Meer ragt und durch Stahlspundwände, Steinpackungen und Asphaltvergußmasse gegen Ausspülung gesichert ist.

Der Terminplan sah für Juni 1961 den Einbau der ersten Brückenelemente von der holsteinischen Seite vor. Bereits am 7. Dezember 1959 begannen hier die Arbeiten für die Festlandrampe durch Aufspülung von Meeressand in 1.200 Metern Länge und 20 Metern Höhe. Schuten beförderten den nördlich von Heiligenhafen ausbaggerten Sand zur Baustelle, von wo er durch Druckspülung auf den Damm gepumpt wurde.

700.000 Kubikmeter Sand entnahm man dem Meer nahe der Nehrung Graswarc/er, die als Brutplatz von Seevögeln unter Naturschutz steht. Dieser Damm ragt wegen der entfernteren Fahrrinne sogar 336 Meter in den Fehmarnsund hinein und wurde nach 7 Monaten im Sommer 1960 mit 5 Millionen Mark Kosten fertiggestellt.

Mit freundlicher Genehmigung von Karl Wilhelm Klahn

Auszüge dem Buch: Fehmarn, eine Bauerninsel als Trittstein zur Welt

Buch

Erschienen im Wachholz Verlag

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2018/10/31
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