Anno 830: Missionar Ansgar von „Raubschiffern“ auf dem Wasserwege nach Schwe-den im Femerbelt ausgeraubt und rettet sich mit Begleitern schwimmend an Land. „Vita Anskarii“ im Jahre 870 von dem Chronisten Rimbert überliefert.

Anno 1075: „Die Insel Imbra-Femer ist voller Raubschiffer und grausamer Seeräuber, die keinen Vorüberfahrenden verschonen. Während andere die Ausgeraubten gewöhnlich verkaufen (Sklavenmarkt in Haithabu), töten sie alle! Die Insel gehört zum Dänenreich und allen ziert bereits eine christliche Gesinnung...! Die Raubschiffer leisten dem Dänenkönig Tribut, sie kennen kein Erbarmen: Ehebrecherinnen werden verkauft, Männer lassen sich eher enthaupten als versklaven...!“

„Gesta Hammaburgensis ecclesie“, Hamburger Kirchengeschichte, Adam von Bremen 1075

Landkarte von Fehmarn des Gerhard Mercator (1512-1594)  Kupferstich von Hendrick Goltzius (1558-1617) Der kaiserliche Geograph und Kartograph Mercator (Gerhard Kremer) schuf 1541 im Auftra-ge von Kaiser Karl V. eine Erd- und Himmelskugel mit allen damals bekannten Angaben. 1554 folgte die „Große Karte von Europa“,1569 eine Seefahrerkarte, die grundlegende „Mer-cator-Projektion“ und 1595 erschien als Sammelwerk seiner Karten der „Atlas des Mercator“. Der für seine kartographische Genauigkeit gelobte Mercator zeigt Fehmarn mit einer südöst-lich vorgelagerten Insel „Stabuy“, die auf keiner anderen frühen Landkarte verzeichnet ist. Der Stadt-Fehmarn-Abgeordnete Ernst Fleth ist im Besitz einer „Catharinenhofer Flurkarte von 1875“, in der noch eine Landwiese im Meer vorgelagert ist, zu der sommertags, wie älte-re Insulaner überliefert haben, Jungvieh und Schafe zum Weiden hinübergerudert wurden.

Anno 1389: Schwedenkönig Albrecht, auch Mecklenburger Herzog, verliert die ent-scheidende Seeschlacht bei Falköping gegen die dänische Königin Margarete. Mecklenburgische Adlige stellen Kaperbriefe auf Schiffe mit dem Danebrog aus und organisieren die Versorgung der eingeschlossenen Stadt Stockholm mit Lebensmitteln. Die vom Adel rekrutierten Mecklenburgisch Holsteinischen Piraten nennen sich „Vita-lienbrüder“ und da sie ihre Beute gleichmäßig aufteilen „Liekedeeler“, Gleichteiler!

Anno 1392: Die Belagerung Stockholms ist diplomatisch beendet. Die Piraten setzen den Kaperkrieg auf eigene Faust fort. Die Hansestadt Lübeck verbündet sich mit der mächtigen Dänenkönigin: keine Hansekogge ist mehr auf der Ostsee sicher!
Der schwedische Bischof von Arosiensis (heute Västeros) bestellt 1391 in Lübeck eine Bronzetaufe. Diese wird eine Beute Fehmarnscher Seeräuber und steht noch heute in der Burger St. Nikolai-Kirche mit einer am Beckenrand eingegossenen lateinischen Inschrift, übersetzt: Im Jahre 1391 gab mir diese Taufe Beno Korp, Bischof von Arosia! Staatsb. Magazin, Bd. VI und eigene Recherchen in Västeros, s. 750 Jahre St. Nikolaikirche.

Anno 1398: Der Gipfel des Freibeutertums bringt die freie Schifffahrt im Ostseeraum fast zum Erliegen. Die mächtige Flotte des „Deutsche Ordens“ aus dem Balticum ver-treibt die Seeräuber aus ihrem Schlupfwinkel von Wisby auf Gotland in die Nordsee.

1401 werden die Hauptanführer der Piraten um Klaus Störtebeker, Godeke Michels und Magister Wigbold von Hamburger „Freedensscheepe“ bei Helgoland und an der Wesermündung besiegt und 150 „Liekedeeler“ auf der Elbinsel Grasbrook geköpft!

Anno 1426: 25 Jahre erbitterter Krieg der Schauenburg-holsteinischen Fürsten gegen Dänenkönig „Erich der Pommer“, Margarete nahm 1397 ihren Neffen als Thron-folger. Einzige „Verbündete“ der Holsteiner Grafen: die wieder erstarkten Ostsee-Seeräuber!

1420 hat der grausame Erich die Insel total verwüstet und die Menschen mit 2500 Toten nahezu ausgerottet.

1424 Zurückeroberung durch Holstengraf Adolf VIII. und Aufruf zur Neubesiedlung, dem viele junge Dithmarscher Bauerfamilien Folge leisten. Die Festung Glambek auf Burgtiefe, 1210 von Dänenkönig Waldemar II. erbaut, widersteht zwei Jahre allen Angriffen der Holsteiner Kanonen und Landsknechte. Am 26. 10. 1426 erstürmen 200 Vitalienbrüder die Glambek und bleiben bis 1435 die Burgherren! (Stadtarchiv Burg Rubrica IV.)

Anno 1526: Der Sohn des Burger Bürgermeisters Pechlin (1506-1521), Marten Pech-lin, fuhr als Getreide-Schiffer 20 Jahre im Auftrage der lübschen Hanse. Im Februar 1521 geht eine Schiffsladung nach Memel unter dem Kapitän Pechlin verloren: er wird vom Lübecker Rat verurteilt und am 19. August 1521 aus der Stadt verwiesen (Urfehde). Er wird einer der gefürchtesten Seeräuber mit einem Kaperbrief des Dänenkönigs Christian II. So kaperte Pechlin 1524 an einem Tag 12 Schiffe und „haut 105 Seeleu-te über Bord!“ Am 29.Oktober 1526 wird Pechlins Kraier von drei Bergen-Heimfahrern aus Lübeck, Wismar und Rostock bei Rysoe entdeckt und zur Strecke gebracht. (Hansische Geschichtsblätter 1876)

Anno 1663: Am 7.September 1663 wird auf dem „Galgenplatz“ am Burger Hafen Staaken ein „piratus et lato“, Seeräuber, mit dem „Rade“ vom Leben zum Tode gebracht.

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2019/01/28
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