Die U11

Die „U 11“ wurde 1966 gebaut und 1968 von der Bundesmarine in Dienst gestellt. Nach 35 Jahren wurde sie ausgemustert. Sie war das einzige Ziel-U-Boot der Nato, was bedeutete, dass sie von anderen U-Booten und Überwasserschiffen zu Übungszwecken mit Torpedos beschossen wurde. Um vor möglichen Treffern geschützt zu sein, erhielt die U 11 Anfang der 90-er Jahre einen zusätzlichen Stahlmantel. Getroffen wurde die U 11 jedoch nie, da die Torpedos entsprechend programmiert sind.

Veraltete Technik:

U11

 

Der Koloss, dessen Gewicht dem von 520 Kleinwagen entspricht, wurde ausgemustert, weil seine Technik veraltet ist. Zudem sind die Dieselmotoren der U 11 nicht mehr zeitgemäß. So wird die Bundesmarine in Kürze vier U-Boote mit hochmoderner Brennstoffzellentechnik in Dienst stellen, die damit mehrere Wochen unter Wasser bleiben können, ohne auftauchen zu müssen. Dieselmotoren schaffen nur wenige Tage, zudem verrät ihr Lärm leichter den Standort des U-Boots.

Reif für die Insel:

Der Fehmarner Unternehmer Eduard Beneken hatte die Idee, die ausgemusterte U 11 zu kaufen und auf die Ostsee-Insel zu verfrachten. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen und einem Geschäftspartner gründete er dafür die „U-Boot-Museum Fehmarn GmbH“. Das Boot soll Fehmarns neue Touristenattraktion werden.

Logistischer Kraftakt:

Um den Stahlkoloss vom Marinehafen in Wilhelmshaven in den Hafen Burgstaaken auf Fehmarn befördern zu können, musste ein ungeheurer Aufwand betrieben werden. Zunächst zogen zwei Schlepper die U 11 zwei Tage lang bis nach Burgstaaken. Dort lagerte man sie an einem Steg. Dann wurde die Landzunge, auf der die U 11 ausgestellt wird, befestigt. Diese war in den 50-er Jahren im Zuge der beliebten „Butterfahrten“ (zollfreie Einkäufe) künstlich aufgeschüttet worden. Dadurch ist der Boden extrem instabil. Die Last des U-Boots und der Spezialkräne hätte er nicht getragen. Deswegen mussten etwa 100 Betonpfeiler bis zu 15 Meter tief in den Boden gerammt werden. Überirdisch wurden Stahlmatten ausgelegt, damit die Spezialkräne darauf entlang fahren können.

Innerhalb von einer Woche werden zwei Spezialkräne aufgebaut – 50 Meter hoch, mit einem Gewicht von insgesamt 700 Tonnen. 36 LKW-Ladungen schaffen das gesamte Material nach Fehmarn, montiert wird jeder der beiden Giganten aus etwa 15 Einzelbauteilen. Der Aufbau dauert so lange, weil die Monteure immer abwechselnd Kranbauteile und Ballast aufbauen müssen. Denn würde man das Eigengewicht der Kräne nicht durch Gegengewichte ausgleichen, könnten die Konstruktionen kippen. Zusätzlich zum Eigengewicht müssen noch jeweils 260 Tonnen Ballast angebracht werden – das Gewicht der U 11 auf zwei Kräne verteilt.

 

Der Weg ist frei:
U11

 

Damit die U 11 vom Steg in eine parallele Position zur Landzunge gezogen werden kann, muss dem Ungetüm der Weg geebnet werden. Ein dänischer Spezialbagger hebt für die benötigte Fahrrinne zweieinhalb tausend Kubikmeter Erdreich aus – nur um es nach dem Transport des U-Boots wieder zurückzuschaufeln.

Hauruck-Aktion:

U11

 

Am 2. Mai 2005 ist es dann endlich soweit: Die U 11 soll aus dem Wasser gehievt und an der vorgesehenen Stelle auf der Landzunge postiert werden. Aber es gibt viele Unwägbarkeiten: Hat der Architekt den Kranballast richtig berechnet? Werden die Zugseile halten? Oder wird gar das U-Boot auseinander brechen?

Zunächst befestigen Monteure die Zugseile an der U 11. Danach machen sich die Kranführer ans Werk: Mit höchster Präzision ziehen sie das U-Boot ein kleines Stück heran und nutzen dabei immer den natürlichen Auftrieb – eine vorher genau berechnete Aktion. Nach mehr als vier Stunden ruht der Koloss dann endlich auf Betonpfeilern auf der Landzunge.

Der Bereich um die U 11 wird später mit Wasser geflutet, so dass der Eindruck entsteht, das U-Boot würde schwimmen. Die Besucher werden dann über Pontons in das Innere der U 11 gelangen.

Impressionen aus unserer Fotogallerie:


Fotogallerie: U11 - Ein U-Boot in Burgstaaken
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