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Dritter und endgültiger Burger Kommunal-Hafen: Burgstaaken

Verfasst am: 03.01.2011 | Aufrufe: 8014

Anlegeplatz

Anlegeplatz der Staufischer

 

Seit dem 16. Jahrhundert wird immer wieder der Ausbau des einzig sturmsicheren und auch vor Seeräubern geschützten Hafens (1663 wird hier der letzte „piratus“ auf dem Galgenplatz westlich des Hafens Burgstaaken „gerädert“, - auf einem aufgebockten Rad gefesselt und Glieder zerschlagen), einer Ausbuchtung des Stakens (hier Stockhaus) von dänischer Seite wie vom Burger Senat gedrängt. Die „Landschaft Fehmarn“, Kommunalverwaltung der 42 Insel-Dörfer von 1320 bis 2003 (Vereinigung mit Stadt Burg), bestand jedoch auf Orth oder Lemkenhafen.

 

Hafen

Scan einer Fotoplatte des Hafens

 

1742 kommt von Kopenhagen ein „Ballastgraber“, der die versandete Nehrungs-Durchfahrt des Hundegatt bis auf neun Fuß vertieft. Dänisches Fußmaß 32 cm = 2,88 Meter.
Die Meerenge ist zeitweise wieder für kleinere und mittlere Schiffe passierbar, ansonsten wird wie seit Jahrhunderten wieder wegen der großen Weizen-Nachfrage von der Tiefe aus die Güter  in sehr gefährlicher Arbeit  von und zu den Segel-Großschiffen „geböötert“ .


1752 erster Spiker des Kgl. dänischen Schutzjuden Hertz Engel am „Staken“ erwähnt.

1778 ist von einem kleinen Bootshafen „op Borchstaken“ die Rede.
1779 bietet der vielseitige Burger Kaufmann, Seifenfabrikant und Textilhändler Hertz Engel, dieser wohnte auf dem „Bergerende“ (1908 Bahnhofsstraße), der Kgl. dänischen „Rentekammer“ und dem Magistrat den Bau eines Hafens für 6000 Reichsthaler Dänisch-Courant bei 4 Prozent Zinsen und Rückzahlung nach 10 Jahren an. Beide Institutionen lehnen ab.


1780 Hertz Engel eröffnet eine planmäßige Fährlinie einmal wöchentlich von Burgstaaken nach Rödby auf Laaland für 4 , Winter 5 Rtl. pro Person und baut das „Laaländer Fährhaus“.
1788 Prozess gegen Steinfischer von Burgstaaken: Fischernetze vor Staberhuk zerrissen, um Fehmarn viele Findlingsbänke, gewerbsmäßige Steinschlägerei am Hafen Staaken.
1790 bietet der Steinfischer Hans Boy sich an, den „Borchsee“ auszuräumen und Steinbefestigungen für die Schifffahrt wie als Winterlager der 68 hiesigen Schiffe anzulegen.
1810-1840 steigt der Bedarf an größeren Findlingen zur Gebäudegründung, Molensteine, Scheuersteine: Steinefischen in Küstennähe mit flachen Booten mit Fangseil und Mastwinde.


1854-1857, endlich Realität: Der Burger Bürgermeister, „Danebrogsträger“ Christian Boie (1832-1869), macht den ersten großen Schritt zum Burger Stadthafen Burgstaaken: Vertiefung des Hundegatts und beidseitiges Steinkisten-Bollwerk gegen Versandung; Begradigung und Vertiefung der Fahrrinne durch eine für 240 Reichstaler gemietete „Modermaschine“ (Wasserbagger). Der „Kandidat der Politechnik“ Grove übernimmt Planung und Aufsicht, der rührige und vermögende Burger Kaufmann wie Reeder Jacob Lafrentz, späterer Bürgermeister 1869-1881, übernimmt das „Bollwerkschlagen“, die Erd-Ausplanierung hinter dem Bollwerk und die Ausbaggerung des Hafenbeckens mit einer Länge von 300 dänisch-Fuß = 93 Metern, 25 m Breite und 2,50 m Tiefe. Mit dem „ausgemudderten“ Boden wurde ein Hafenschutzdamm errichtet und der Ostteil des Galgenteiches als Nord-Zuwegung zugeschüttet.

 

der alte Hafen

Die alte Anlegestelle des Hafens

 

1857 eröffnet M. Tardel eine Seebadeanstalt mittels eines Holzfloßes auf dem Burger Binnensee, getrennt Frauen-Männer durch Holzplanken: Zubringerboot stündlich vom Staaken!
1858 wurde eine kleine Schiffshelling zum Südwesten der Hafen-Einfahrt errichtet.
1859 Hafen und Brückentaxe durch neue Hafenkommission eingeführt.
1862 beauftragt der Magistrat bei guten Hafen-Einnahmen den „Wasserbaudirektor“ Grove mit dem Entwurf einer Hafenvergrößerung von insgesamt 124 m Länge und 36 m Breite.

 

Hafen 1920

Der Hafen von Burgstaaken um 1920 mit den Bahngleisen aus Burg


1865-1871 Die Insel Fehmarn wurde am 15.3.1864 in einem „Husarenstreich zu Wasser“, so der Ausspruch König Wilhelm I., erobert und 1867 als preußische „Provinz“ eingegliedert.
Der Grovesche Plan wurde 1865-1871 mit einer preußischen „Morgengabe“ als Staats-Zuschuss durchgeführt und stellt mit der 1974 erfolgten Vergrößerung des einstigen Segler-Hafens im Südosten für die florierende Fischerflotte und der expandierenden Seetouristik mit ihren 3 „Butterdampfern“ noch heute den Grundriss des 138 Jahre alten Burger Hafens dar.


Nicht zu vergessen der Jahrzehnte im Dienste der Stadt Burg tätige Landvermesser Jasper Tomby, der alle Vermessungen von 1854 bis 1871 durchführte und zuweilen einen „über den Durst trank“. Da er sich in so einem Falle nicht zu seiner „trauten“ Gattin nach Hause wagte, schlief er seinen Rausch auf einer „versteckten“ Holzbank in dem kleinen Wäldchen vor dem heutigen Ringreiterplatz am Staakensweg aus. Nach seinem Tode 1876 setzte der Steinsetzermeister August Dresel, er genoss zuweilen ein „Gläschen“ mit dem verdienstvollen, vielleicht auch etwas überforderten Landvermesser, einen „Hinkelstein“ mit eingemeißeltem „T“ vor seiner „Ruhebank“. Leider ist dieser Andachtsstein seit den 1970ger verschwunden...

 

Das Reisecenter Fehmarn fragt: Wer stiftet einen neuen Hinkelstein für Jasper Tomby...?

 

1970

Der Hafen von Burgstaaken ab 1970

 

Mit freundlicher Genehmigung von Karl Wilhelm Klahn


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