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Kapitänleutnant Heinrich Ruhfus der Kommandant der Niobe

Verfasst am: 03.03.2004 | Aufrufe: 13131

Unser Kommandant war Kapitänleut­nant Heinrich Ruhfus, Crew 1913, ein un­tadeliger und beliebter Offizier mit langjäh­riger Borderfahrung in Krieg und Frieden. Viele Jahre hatte er auf kleineren Fahrzeu­gen der Marine gedient, als er 1930 zum Ausbildungsleiter auf der NIOBE ernannt wurde; eine Aufgabe, die er vorzüglich er­füllte, bis er nach l 1/2 Jahren zum Kom­mandanten des Schiffes bestellt wurde. Das war im Frühjahr 1932.

 

Als solcher genoß er die Achtung und auch Verehrung der Besatzung, besonders natürlich der zur Ausbildung kommandierten Unteroffiziers- und Offiziersanwärter, die in ihm ihr Vorbild für ihre künftige Laufbahn sahen. Die Umstände, die am 26. Juli 1932 zum Untergang des Schiffes führten, sind von den Überlebenden beschrieben. Wie bei einem solchen Unglück unvermeidlich, hatte sich der Kommandant vor einem Kriegsgericht zu verantworten. Das Gericht der Aufklärungsstreitkräfte erhob gegen ihn am 7. Oktober 1932 Anklage, "aus Fahrlässigkeit das Sinken des Schiffes bewirkt und den Tod von Menschen herbeigeführt zu haben." Der wachhabende Offizier, Oberboots­mann Kühn, und weitere Besatzungsange­hörige wurden als Zeugen vernommen. Maßgebliche Persönlichkeiten aus der Ma­rine, der Handelsschiffahrt, der Kapitän des Feuerschiffs Fehmarnbelt, Meteorologen und andere Fachleute wurden als Gutachter hinzugezogen. Auch die Eignung des Schiffes und seine Seetüchtigkeit wurden untersucht. Insbesondere berichtete der frühere Kommandant des Schiffes, der da­malige Freg. Kapitän Mewis, mit einer ein­gehenden Stellungnahme. Das Ergebnis: Das Schiff sank als Folge höherer Gewalt.

 

Kapitänleutnant Heinrich Ruhfus als Ausbildungsleiter auf der NIOBE, 1930. Kapitän Ruhfus konnte sich mit Recht darauf berufen, daß er persönlich die Ent­wicklung von Wind und Wetter sorgfältig und fortlaufend beobachtet hatte. Das Ba­rometer zeigte nur geringe Ausschläge gegen 14.00 Uhr stieg es sogar zeitweilig. Aufziehende Wolken über Fehmarn, die stürmischen Wind und auch Regen anzeig­ten, veranlaßten ihn, gegen 14.00 Uhr die Obersegel bergen zu lassen (wie oben berichtet). Ölzeug an die Wachen wurde verteilt. Alle weiteren Maßnahmen wurden Opfer der Katastrophe.

Das Wesentliche bleibt: Eine von der mecklenburgischen Küste, über Fehhmarn und dem Belt aufziehende Sturmbö von ge­ringer Ausdehnung fiel ohne Anzeichen von Heulen oder Wasserbewegung (wie sonst vorkommend) räumend über das Schiff her und legte es in Sekundenschnelle flach auf das Wasser - mit den bekannten Folgen. Auch von einer Düsenwirkung in dem en­gen Gewässer des Belts wurde gesprochen.
 

 

Das Kriegsgericht des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte entschied am 3. November 1932: - Der Angeklagte (Kommandant) wird freigesprochen.


Auch der Vertreter der Anklage hatte auf Freispruch plädiert.In der Begründung führte der Vorsit­zende, Kriegsgerichtsrat Schluck, u.a. folgendes aus:

"Das Gericht freut sich feststellen zu können, daß der Kommandant an dem ver­hängnisvollen Nachmittag des 26. Juli alles getan hat, was er unter normalen Umstän­den nach seiner Erfahrung und der Kennt­nis von den Eigenschaften seines Schiffes tun konnte. Wenn es trotzdem zur Katastrophe kam, ist Kapitänleutnant Ruhfus nicht die Schuld dafür zuzusprechen.

Er ist das Opfer einer höheren Gewalt geworden, der er machtlos gegenüberstand. Aus diesen Feststellungen mußte das Ge­richt zu einer Freisprechung kommen."

Der Kommandant wurde somit voll re­habilitiert. Auch sein Verhalten, seine Füh­rerschaft nach dem Kentern, wurde rüh­mend hervorgehoben. KptLt Ruhfus küm­merte sich übrigens mit seiner Frau in den folgenden Monaten besonders um die überlebenden "Kadetten", die oft in seinem Haus waren. Dieses väterliche Verhältnis erstreckte sich über Jahre und sollte nicht unerwähnt bleiben.

Heinrich Ruhfus starb als Konteradmiral a.D. im Jahre 1955.

Nagelbank mit integrierten Blöcken

 

In einigen maritimen Gedenkstätten und Museen erinnern Ausrüstungsgegenstände der NIOBE an das Schulschiff und sein Schicksal. Die abgebildete Nagelbank mit integrierten Blöcken ist im Marinemuseum der Stadt Rostock ausgestellt.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Karl-Wilhelm Klahn


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