Die Fährbetten werden mittels eines Fangedamms in Trockenbauweise erstellt.

 

Der Personenbahnhof in Puttgarden auf Fehmarn ist für 30 täglich verkehrende Zugpaare konzipiert, hiervon sind die Hälfte internationale Reisezüge. Drei Bahnsteige mit sechs Ein und Ausfahrgleisen sollen die Reisezüge aufnehmen. Jeweils drei Bahnsteiggleise sind auf ein Fährbett zugeschnitten. Zwischen den Bahnsteiggleisen befindet sich ein Rangiergleis mit unteren und oberen Verbindungsweichen, so daß mit der Zuglok von vorne, wie auch mit der rückseitig ankuppelnden Rangierlok zügig ausrangiert und aufs Fährschiff aufgesetzt werden kann.

 

Bau

Die Baustelle des Hafen mit dem Fangdamm um 1961

 

Die stumpf endenden Gleise des Mittelbahnsteigs sind mit Pkw-Rampen zur Stirnbeladung der bald nach München, Italien und Spanien rollenden Autoreisezüge ausgerüstet. Für die Personalzubringung ist unmittelbar am Bahnhof ein „Pto-Bahnsteig" errichtet worden, der nicht seiner Zweckbestimmung übergeben wurde, da das überwiegend in Heiligenhafen wohnende Schiffspersonal in einer Abstimmung für den Straßenbus plädierte. Drei Güterwagenauf setz- und abziehgleise stehen neben den äußeren Bahnsteiggleisen mit direkter Ausrichtung auf die Schiffsweichen 10 bzw. 140 zur Verfügung. So sind für den Betriebsablauf zwei reguläre Fährbetten und ein 1965 im „Naßverfahren" gebautes Reservefährbett vorhanden.

 

Baustelle am Hafen

Die Baustelle am Hafen

 

In der späteren Praxis erwies sich durch die recht häufigen Fährbett- und Brückenschäden bei Sturm, Eisgang, hartem Schiffsaufprall, Brücken motoren- und Stahlseil Service sowie zeitweiligen Schiffsstillegungen und Reparaturen die Notwendigkeit von drei Fährberten. Eine Bahnsteigüberführung mit Landgang sorgt für eine trockene und vor allem windgeschützte Verbindung zwischen der Bahnhofshalle, den Bahnsteigen und Fährschiffen. Die beiden Fährbetten 1 und 2 werden in „Trockenbauweise" erstellt. Ende Oktober 1959 wird ein Fangedamm halbmondförmig aus Stahlträgern und Spundbohlen um die entstehenden Fährbetten in den Meeresboden gerammt und mit einem Lehm-Sandgemisch aus einer Schürfkuhle bei Fährbett 2 zur Abdichtung verfüllt. Nach Fertigstellung des 340 Meter langen Absperrdammes wird das Wasser abgepumpt und die Hafenbecken auf 8,50 Meter Wassertiefe ausgebaggert.

 

bau

Die Mole mit der Baustelle des Fahrbahnhofs

 

Mitte des Jahres 1960 erhalten die 130 Meter langen Fährbetten durch Rammung von 640 Meter langen Stahlspundwänden erstmals eine erkennbare Form. Nach den umfangreichen Betonierungsarbeiten werden die Stahlleitwände mit einer gummigefederten Konstruktion von Bongossi-Harthölzern zur Stoßauffangung der einlaufenden Schiffe versehen. Die Fährbrücken sind nach der einheitlichen Heckform der Fährschiffe konzipiert. Diese müssen auf der Rückfahrt von Rödby, wo nur mit dem Bug vorweg eingefahren wird, vor Puttgarden drehen. Hierdurch bleibt die Richtung und Reihenfolge der Fahrzeuge erhalten. Am 13. Juli 1962 ist der Fangedamm festlich geschmückt, eine Rednerbühne aufgestellt: 2.000 Menschen sind gekommen, um dem feierlichen Einweihungsakt eines ersten mühevollen Bauabschnitts der Vogelfluglinie beizuwohnen.

 

Bau

Blick auf die Großbaustelle des Bahnhofs und Hafen im Winter 1962/63

 

Sie säumen den Rand der fertiggestellten Betriebsfährbetten und schauen in den ausbetonierten, tiefen Schlund des Beckens, der nach alter Baumeistersitte mit einer Richtkrone versehen ist, Der Meisterpolier und seine zahlreichen Gesellen erscheinen in zünftigen Zimmermanns- und Maurertrachten mit schwarzen Zylindern. Die fleißigen Handwerker bringen Glück- und Segenswünsche aus, eine Sektflasche zerschellt auf der Fährbettsohle. Die umliegenden Arbeitsschiffe lassen ihre Sirenen ertönen, der Präsident der Bundesbahn-Direktion Hamburg, Dr. Hellberg, betätigt ein großes Handrad, das die Ventile der Flutungsanlage öffnet.

 

der Hafen

Blick auf den Fahrbahnhof und den Hafen von Puttgarden mit den beiden Fährschiffen

"Kong Frederik IX" und "Theodor Heuss" nach der Eröffnungsfahrt am 14. Mai 1963


Die Fähre

Die Fähre

Nach der Eröffung im Jahr 1963

 

Mit freundlicher Genehmigung von Karl Wilhelm Klahn

Auszüge dem Buch: Fehmarn, eine Bauerninsel als Trittstein zur Welt

Buch

Erschienen im Wachholz Verlag

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