Eine Boje markiert die Untergangsstelle im Fehmambelt auf Position 54° 35,7'N; 11° 11,2' O


Nur 39 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Unter ihnen war auch der Kommandant, KptLt H. Ruhfus. Weitere 69 Besatzungsmitglieder galten als vermißt, von denen man jedoch einen großen Teil in dem Wrack vermutete.

 

Aber noch lag die NIOBE auf dem Meeresgrund; eine Boje markierte die Un­tergangsstelle. Eine von Tauchern durch­geführte erste Untersuchung des Wracks hatte zum Ergebnis, daß sich die NIOBE mit dem Vordersteven nach der Insel Laaland zeigend, in etwa 29 Meter Wasser­tiefe, auf Backbordseite liegend, auf dem Meeresboden befand.

Die Marine hatte inzwischen die Bugsier, Reederei- und Bergungs-Aktiengesellschaft Hamburg mit der Bergung beauftragt, deren Schiffe am 30. Juli an der Unglücksstelle eintrafen. Die Leitung der Bergung hatte Kapitän Fuhrmann, ein Spe­zialist für schwierige Bergungsarbeiten mit einer 35jährigen Berufserfahrung.

 

Kapitän Fuhrmann beabsichtigte, die NIOBE zunächst vom Grund abzuheben und dann in ruhigeres und flacheres Wasser abzuschleppen, wo die Aufrichtung des Wracks und dessen Bergung günstiger durchzuführen waren. Die Bergungsarbei­ten gestalteten sich schwieriger als erwartet und wurden ununterbrochen, in Tag- und Nachtschicht, durchgeführt. Die Zugänge zu den Innenräumen des Schiffes waren durch die Takelage und andere Gegen­stände blockiert und mußten vor Durchfüh­rung der Bergung zuerst beseitigt werden. Da die eingesetzten Unterwasserschweiß­geräte aufgrund der Wassertiefe und der am Liegeplatz herrschenden Wasserströ-mung nicht ihre volle Wirkung zeigten, ent­schloß man sich, die Masten abzusprengen.

Nach erfolgter Sprengung wurde dann das Hebeschiff "HIEV" genau kielgerecht über der NIOBE ausgerichtet und mit meh­reren Ankern in dieser Lage festgehalten. Dann wurden Stahltrossen unter dem Rumpf des Schiffes hindurchgeführt und zu beiden Seiten des Hebeschiffes befestigt. Nach Fluten des Hebeschiffes wurden die Stahltrossen durchgesetzt, die Tanks ge­lenzt, bis sich das Wrack etwa 3 Meter vom Meeresboden abgehoben hatte. Jetzt konnte die 'Unterwasserfahrt' der NIOBE in Richtung Kiel beginnen.

 

Das Wrack hing nun 27 Meter unter der Wasseroberfläche, so daß die Wassertiefe bis zum Zielort das weitere Fortkommen bestimmte. Mehrmals kam es zur Grundbe­rührung, die mühevolle Arbeit des Absen-kens und Lenzens des Hebeschiffes mit an­schließendem Durchholen der Trossen nahm kein Ende.

 

Am 15. August kam der Transport in der Heikendorfer Bucht an, wo das Wrack in 12 Meter Wassertiefe auf Grund gesetzt wurde.Infolge der ungünstigen Bodenverhält­nisse war es jedoch erforderlich, das Wrack noch mehr landeinwärts zu bringen.

 

Am 17. August machten dann die beiden Hebe­schiffe "KRAFT" und "WILLE" zu beiden Seiten der "HIEV" fest und übernahmen die Stahltrossen. Es dauerte bis zum 18. August, bis das Wrack auf 2 Meter unter dem Wasserspiegel lag. Die Hebearbeiten gingen zügig voran, bald waren der Klüver­baum und ein Teil der Back sichtbar.

 

Am Abend des 19. August ragte der Schiffsrumpf etwa 3 Meter zwischen den Hebeschiffen auf dem Wasser. Durch das Absprengen der Masten war an Deck ein unbeschreibliches Durcheinander von Ge­genständen aller Art. Nach umfangreichen Abdichtarbeiten konnte jetzt mit dem Leerpumpen der Innenräume des Wracks begonnen werden.

 

Am nächsten Tag gelang es den freiwilligen Helfern, im achteren Wohnraum der Steuerbordseite die ersten der vermißten Seeleute zu bergen. Nun konzentrierten sich die Bergeversuche auf den mittschiffs gelegenen Unterrichtsraum, in dem man die meisten Vermißten vermuten konnte. Während der ununterbrochenen Pump­arbeiten richtete sich das mit Schlagseite nach Backbord befindliche Wrack langsam auf und wurde schwimmfähig. Da der Zu­gang zu dem Unterrichtsraum versperrt war, mußte ein Loch in das Oberdeck geschnitten werden. Durch diese Öffnung wurden 30 Vermißte, unter ihnen der OLtzS Friedrich Reinhardt, einer der Wachoffiziere, geborgen. Die Suche nach weiteren Vermißten blieb leider erfolglos.

 

Von Bord des Bergungsdampfers aus erfolgte die Überführung der geborgenen Seeleute in das Marinelazarett Kiel-Wik . Das Wrack wurde zwecks weiterer Unter­suchung aus der Heikendorfer Bucht in das Marinearsenal Kiel gebracht. Am 18. September 1933, 10.00 Uhr morgens, wurde das Wrack in der Ostsee nordöstlich der Stolpe-Bank, im Beisein fast der ganzen Flotte versenkt.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Karl-Wilhelm Klahn

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