St. Nikolai Kirche

St. Nikolai in Burg

 

Der Baubeginn des ersten Abschnitts der Burger Stadtkirche erfolgte mit der Grundsteinle­gung von Findlingslagen, wie es im nach eiszeitlich mit Felsen übersäten Norden seit tau­send Jahren üblich war, auf erwähnten blaulehmigen Urboden. Diese Steinsetzung kam 1995 bei der Verlegung einer Drainage recht eindeutig ans Tageslicht, wobei fast nur hellere, nicht „saugende" Findlinge als Gründung bis zur Tiefe von ca. 70 cm sichtbar wurden.

Auf diesem „in Waage" gelegten Felsen-Fundament wurde eine noch heute voll ausgefugte Sockel-Backsteinmauerung in sechs Schichten vorgenommen, wobei sich die letzte Schicht um acht Zentimeter mit einem abgerundeten Backstein nach innen verjüngt und in das heuti­ge sichtbare rote Mauerwerk des Kloster-Formats weiterführt. Ein baulicher Vergleich mit dem 1216 abgeschlossen „Probe" Backstein-Bau der Segeberger Marienkirche (Rundbogen­fries, Gewölbe Vierung u.a.) spricht für eine Lübecker Bauhütte um 1220-1230. Im Vergleich zum „wuchtengen" Baustil der St. Petri-Kirche in Landkirchen, ist der Baubeginn nach der Architektonik von Mauerwerk und Gewölbe um zehn Jahre früher anzusetzen. Hierbei sind eindeutig Parallelen mit früheren Kirchenbauten der dänischen Inselwelt er­kennbar.

Der Bischof von Odense hatte von Waldemar II. (König 1202 bis 1241) das heutige Dorf Bisdorf (villa episcopi) mit 30 Unci (etwa 210 Hektar) für seine Bistums-Unterhaltung geschenkt bekommen und sein Land-Areal reichte bis zum Landkirchner Friedhof. Da keine Einigung der Dorf- und Kirchspielvertreter möglich war, baute der Bischof das Gotteshaus am Rande seines Besitzes mitten im „Lande", daher Landkirchen ohne eigenen Flurbesitz.

Die frühesten Steinbauten aus „Erratischen Blöcken" = „verirrte Steine" aus abgehobeltem Gletschergestein vor 15.000 Jahren, bzw. aus dänischen Brandziegeln sind die „Peter- und Paulskapelle" am Grünen Brink des „Femerbelts" und die Glambek-Festung auf Burgtiefe.

 

Weitere Informationen zu dem Thema Kirchen auf Fehmarn, erhalten Sie in dem von Karl Wilhelm Klahn "Ostsee-Insel Fehmarn: Burger Kirchen, Kapellen, Gebäude mit Historik, Personen und Anekdoten".

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Reisecenter Fehmarn
2009/03/11
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