Schüsse peitschten am Morgen des 15. März 1864 über den Markt. Die "8. Kompanie des 5. Brandenburgischen Infanterie-Regiments No. 48" überrumpelte die Dänen in Burg und befreite die Insel.

"Damit endete die Dänenherrschaft über die Insel Fehmarn. Schleswig und Holstein mit Fehmarn waren seit 1773 ein fester Bestandteil Dänemarks." Aus Karl-Wilhelm Klahn, seit dem Jahre 2000 erster Archivleiter der Stadt Burg, sprudelt die Geschichte dieser Kriegszeit nur so heraus: "Mit König Friedrich VII. starb am 15. November 1863 der letzte männliche Erbe des Oldenburger Hauses'. In einem 48-Stunden-Ultimatum verlangten die Londoner Garantiemächte am 16. Januar 1864 von Dänemark, den Landesteil Schleswig aus dem neuen Grundgesetz Dänemarks zu entlassen. Dänemark lehnte aber ab", so Klahn weiter, "und am 21. Januar 1864 rückten 35 000 Preußen und 21 000 Österreicher kampflos in Lauenburg und Holstein ein. Am 1. Februar des gleichen Jahres, berichtet Klahn, überschritten die Truppen die Eider.

"Im Morgengrauen des 15. März 1864 ging es Richtung Fehmarn. 160 Preußen setzten in neun requirierten Booten über den Fehmarnsund. In einem Eilmarsch erreichten die preußischen Soldaten um 6.30 Uhr Burg und überrumpelten die Dänen im Schlaf", weiß Klahn. Nur an der Fährschanze und vor Wissers Hotel kam es zu kleineren Schießereien. Leider kosteten sie zwei Tote und fünf Verletzte. Geführt wurde die 8. Kompanie des 5. Brandenburger Infanterie-Regiments Nr. 48 von Hauptmann von Mellenthin.

"Bei aufgepeitschter See", erzählt Klahn plastisch weiter, "brachte der Fischer Friedrich Stüben aus Heiligenhafen als Lotse die neun Fischerboote sicher über den Sund, unbemerkt vorbei an dänischen Kriegsschiffen." Und den Hauptmann von Mellenthin brachte Stüben auf seinen breiten Schultern durch bauchhohes Wasser an den fehmarnschen Strand. Für seine Lotsenarbeit, die erst den Erfolg der Preußen ermöglichte, bekam der spätere Fuhrmann ein Pferd mit dem Namen "Fehmarn" geschenkt und im Alter habe er einen Ehrensold von zehn Goldmark erhalten.

Nach Niederlagen der Dänen bei Oeversee, auf den Düppeler Schanzen und bei Fridericia kam es am 12. Mai 1864 zum Waffenstillstand. Klahn: "Am 30. Oktober des gleichen Jahres trat Dänemark im Frieden von Wien seine Rechte an den Herzogtümern Lauenburg, Schleswig und Holstein zugunsten des Kaisers von Österreich und des Königs von Preußen ab." Nach dem preußisch-österreichischen Krieg von 1866/67 kam Schleswig-Holstein zu Preußen. Am 1. Oktober 1867 wurde die preußische Verfassung eingeführt. Fehmarn kam so zum neu geschaffenen Kreis Oldenburg in Holstein mit Amtssitz des Landrats in Cismar.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Karl Wilhelm Klahn

Auszüge dem Buch: Fehmarn eine Insel im Wandel der Zeiten

Buch

Erschienen im Wachholz Verlag

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