Das alte Rathaus um 1520

Ein großes Fest erwartet die Bürger der Stadt Burg auf Fehmarn, die Zierde des Marktplat­zes, das Verwaltungszentrum der Inselmetropoie, wurde am 22. November 100 Jahre alt. An der Stelle des neu erbauten Rathauses stand bis dahin ein geräumiger Fachwerkbau von 1520 mit bieiverglasten Fenstern, einer spätmittelaiterlichen inneren Holzverarbeitung mit getäfelten Wänden, eichenhölzernen Fußböden,Tiefschnitztüren,altertümlichem Mobiliar und an den altersgebräunten Holzdecken Ölgemälde des 30jährigen Krieges, der seine schlim­men Ausläufer 1644 mit der Landung der Schweden bis auf unsere entlegene Insel trug. Zur Zeit des Rathausabbruches 1898 hatte Burg eine Einwohnerzahl von 2900 Menschen.

Das alte Rathaus

Das alte Lübecker Stadtrecht war 1867 mit der preußischen Verfassung zu Grabe getragen worden und die „Stadtväter", gewählte „Stadtmütter" gab es erst nach dem letzten Kriege, „regierten" nach der Städteordnung von 1869 mit dem dynamischen Bürgermeister Matthias Lafrenz (1892 bis 1915), Vater Jacob war 12 Jahre, Sohn Klaus sollte in unglücklicher politi­scher Zeit nur die zwei Jahre 1931-1933 Burger Bürgermeister sein, und ihm zur Seite stan­den die beiden Ratmänner Carl Lafrentz (Bierbrauer) und Heinrich Lafrentz, sowie die Stadtabgeordneten Johannes Bugislaus (Posthalter), Jacob Wtte (Bauemstelle, heute Post), Heinrich Rathje (Tageblatt), Peter F. Thomsen (Butenschön), Wilhelm Wichmann (Zimmer­meister), Christian Hammer (Mauermeister), Jacob Treirner (heute Bauerhof Mackeprang, Süderende) und der Glasermeister Gottlieb Steig.

Rathaus Gemälde

Diese Herren bestimmten über „Sein oder Nichtsein" des alten Rathauses, harte Konfrontati­on der „Traditionisten", am schärfsten von dem Volksbankgründer Jürgen Anton Bundies mit zahlreichen, wohl begründeten Argumenten in den Zeitungen und einer Unterschriften-Aktion: die Stadt verliert „ihr Gesicht", und das geplante Fachwerk mit Türmchen in dieser Höhe hält den fehmarnschen Winden nicht stand, auch der noch in den Kinderschuhen stek­kende „Gebäude-und Denkmalschutz" in Kiel war nicht gerade vom Abriß begeistert. Am 13. August 1898 fiel die einstimmige Entscheidung: Abriß und Neubau!

Aus dem Stadt-Archiv der Stadt Fehmarn mit freundlicher Genehmigung von Karl Wilhelm Klahn

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